Ford und Hermes testen in London

Fußgängerkuriere für die letzte Meile

Online-Shopping boomt – und die verschiedenen Lieferdienste werden stark ausgelastet. Doch gerade in Metropolen ist die individuelle Zustellung per Fahrzeug nicht unbedingt optimal, da die Verkehrssituation häufig Probleme bereitet und der Umwelt schadet. Ford und Hermes testen deshalb derzeit in London eine Alternative, bei der zusätzlich Fußgängerkuriere zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich sind bei dieser Variante zwar weiter Lieferfahrzeuge mit von der Partie, sie fahren aber nicht bis direkt vor die Haustür der Kunden. Stattdessen holen Kuriere die Pakete beim jeweiligen Fahrzeug ab und transportieren sie zu Fuß auf der „letzten Meile“. Dabei sorgt ein großer Rollbehälter für den einfachen und gegen Witterungsbedingungen geschützten Transport.

Jeder Kurier verwendet eine Smartphone-App, die den Standort des Lieferfahrzeugs und die wirtschaftlich gesehen besten Auslieferungsrouten anzeigt. Die dafür notwendige Routing- und Logistiksoftware wurde bei Ford entwickelt. In einem Pilotprojekt wurden drei Postleitzahlenbereiche Londons so mit Paketen versorgt – und dies sogar während der Weihnachtszeit. Zwei Transporter und acht Fußgängerkuriere konnten dabei eine ähnlich große Menge an Sendungen ausliefern wie sechs klassische Lieferfahrzeuge – und benötigten dafür sogar weniger Zeit.

„Das augenblicklich erprobte Betriebsmodell lässt sich bei Bedarf problemlos ausbauen, um einerseits eine steigende Nachfrage zu erfüllen und andererseits neue Arbeitsplätze zu schaffen für Kuriere, die kein Fahrzeug mehr fahren oder besitzen müssen“, erklärt Carl Lyon, Chief Operating Officer, Hermes UK, die Zukunftsperspektiven für das Modell.